Premieren, Filmgespräche und noch viel mehr

Aktuelle Sonderveranstaltungen auf einen Blick

 

Premiere "Endzeit - Ever After"

von Carolina Hellsgård am 22.08.2019 um 18:00 Uhr

 

Vor zwei Jahren haben Zombies die Erde überrannt...

Weimar und Jena sind dank eines Schutzzauns die vermutlich letzten Orte menschlicher Zivilisation. Als VIVI (22) und EVA (26) sich zwischen den Städten schutzlos auf freiem Feld wiederfinden, müssen sie wohl oder übel gemeinsam den Kampf gegen die Untoten aufnehmen. Und damit auch gegen die Dämonen der eigenen Vergangenheit.

Vivi versucht verzweifelt herauszufinden, was mit ihrer kleinen Schwester passiert ist, während Eva ihr Image als furchtlose „Zombie-Killerin“ hinter sich lassen und neu anfangen will. Auf ihrem Weg finden die jungen Frauen keine finstere Endzeit-Welt, sondern eine berauschend schöne Natur vor, die sich alles zurückerobert hat, was sie einst Zivilisation nannten. Diese mystisch-märchenhafte Dystopie birgt ungeahnte Gefahren, aber auch ungeahnte Chancen für ein neues Leben in einer neuen Welt. (www.farbfilm-verleih.de)

D 2018 (90 Min)
FSK 16
 

Die Regisseurin Carolina Hellsgård, geboren 1977 in Stockholm, studierte in Ihrer Heimatstadt Filmwissenschaften und anschließend Experimentelle Mediengestaltung an der Universität der Künste, Berlin.

Von 2008 bis 2009 war sie DAAD-Stipendiatin am California Institute of the Arts. Seit 2009 arbeitet sie als freischaffende Autorin, Cutterin und Regisseurin. Ihre Filme wurden auf zahlreichen Festivals gezeigt und prämiert.

Direkt nach dem Film findet ein Regiegespräch mit Carolina Hellsgård und DarstellerInnen statt. 
 

Moderation: Caren Pfeil

Film + Gespräch zu den DOKFilmwochen Ostthüringen 2019

Auch in diesem Jahr möchten wir wieder dem Dokumentarfilm eine komplette Reihe widmen. In Koopperation mit dem Kino am Markt in Jena werden wir unter insgesamt 60 Filmvorstellungen auch 5 Filmgespräche direkt im Anschluss zum Film führen. 

Aktuell geplant und für den Vorverkauf ab sofort bereit sind folgende Filmgespräche:

DOKFilm Hi, AI!

Film und Gespräch am 04.09.2019 um 18:00 Uhr

Humanoide Roboter sind die neuen Lebewesen auf unserem Planeten. Sie sind an der Rezeption tätig, in Shopping Malls oder als Köche. Und sie führen bereits Beziehungen mit Menschen. "Bei einer K.I. musst du deine Sätze knapp und pointiert halten", gibt der Roboterentwickler Matt seinem Kunden Chuck mit auf den Weg, als dieser seine neue Roboter-Partnerin Harmony in der Fabrik abholt und die beiden zu einem Road Trip durch die USA aufbrechen. Der Sex-Roboter Harmony, so stellt sich auf den zweiten Blick heraus, mag Bücher und kann aus dem Stegreif Ray Kurzweil zitieren. Am anderen Ende der Welt, in Tokio, bekommt Oma Sakurai von ihrem Sohn den niedlichen Roboter Pepper geschenkt. "Damit ich nicht verkalke", sagt die alte Dame selbstironisch. Doch Pepper entpuppt sich als Lausbube, den Omas Gesprächsthemen wenig interessieren. Während Harmony und Chuck nach der Liebe suchen, und Pepper und Oma die Zeit totschlagen, stellt sich zunehmend die Frage: Wie werden wir mit künstlicher Intelligenz zusammenleben? Was werden wir gewinnen, was verlieren? Und: wer sind eigentlich die Hauptfiguren dieser schönen, neuen Welt?

2019 Filmfestival Max Ophüls-Preis, Bester Dokumentarfilm

Direkt nach dem Film folgt das Regiegespräch mit Isa Willinger. 

Deutschland 2019 (90 Min)
 

DOKFilm Ein strahlendes Land

Film und Gespräch am 05.09.2019 um 18:00 Uhr

Wie gefährlich radioaktive Strahlung sein kann, weiß man spätestens seit Tschernobyl und Fukushima. Radioaktive Strahlung ist in Deutschland viel verbreiteter als wir glauben. Der Investigativjournalist Marvin Oppong ist mit einem Geigerzähler durch ganz Deutschland gereist auf der Suche nach radioaktiven Orten. Seine Reise führt ihn zu Nuklearanlagen, zu einem radioaktiv kontaminierten Einkaufscenter, auf Uranhalden in Ostdeutschland und zu einem strahlenden Bolzplatz neben einer Kita.

Direkt nach dem Film folgt das Regiegespräch mit Marvin Oppong.

Deutschland 2019 (74 Min)
Buch & Regie Marvin Oppong

 

DOKFilm Lord of the Toys

Film und Gespräch am 10.09.2019 um 19:00 Uhr

Max „Adlersson“ Herzberg aus Dresden, 20 Jahre alt, hat entschieden sein Leben nicht mit Arbeit zu verbringen. Seitdem referiert er über Messer und alle möglichen andere Produkte, öffnet Gangsta-Rap-Fanboxen, erzählt von sich selbst, besäuft sich in aller Öffentlichkeit, pöbelt und grölt herum, erniedrigt Schwächere, reißt derbe Witze und testet jede Grenze aus, die er sieht – Max ist YouTuber und lebt davon.

Die meisten seiner Freunde haben eigene Kanäle auf YouTube und Instagram, einige sogar recht erfolgreich. Max und seine Clique sind zweifelhafte Vorbilder, aber sicherlich Prominente ihrer Generation mit mehr als 300.000 aktiven Fans. 

Ist Max ein gewaltverherrlichender Influencer mit rechten Tendenzen oder ein gewöhnlicher Heranwachsender auf der Suche nach Halt und Identität, in einer Zeit, in der die Grenzen zwischen Privatleben und Öffentlichkeit zunehmend verschwinden? Womöglich ist er beides, wahrscheinlich ohne sich dessen allzu bewusst zu sein.

LORD OF THE TOYS begleitet Max und seine Clique einen Sommer lang und hinterlässt ein dystopisches Bild der ersten Generation junger Erwachsener, die ein Leben ohne Internet, YouTube und Instagram nicht kennen. Der Film portraitiert sie und untersucht die Welt, in der ihre Lebensmodelle gedeihen: den Westen im Allgemeinen und den deutschen Osten im Speziellen.

Goldene Taube für den besten deutschen Dokumentarfilm DOK Leipzig 2018

Direkt nach dem Film folgt das Regiegespräch mit Pablo Ben-Yakov und André Krummel.

Deutschland 2018 (100 Min)

FSK 16

DOKFilm Kleine Germanen

Film und Gespräch am 13.09.2019 um 18:00 Uhr

"Kleine Germanen" macht auf ein kaum aufgearbeitetes Problem unserer Gesellschaft aufmerksam, das mit Blick auf die rechten Gewaltausschreitungen der letzten Zeit aktueller denn je ist: Kinder, die in einem demokratiefeindlichen Umfeld aufwachsen und nach dogmatischen Prinzipien rechtsextremer Ideologie erzogen werden. Der Dokumentarfilm blickt aber auch über die traditionellen Strukturen rechtsextremer Gruppierungen hinaus in einen Teil unserer Mittelstandsgesellschaft, der immer stärker von rechtspopulistischen Strömungen geprägt ist - und konfrontiert den Betrachter mit Protagonisten, die ihre Kinder im Geist einer demokratiefeindlichen Welt erziehen. Die Animationsgeschichte zieht sich als "roter Faden" durch den Film und erzählt das tragische Leben der persönlich betroffenen Elsa nach: Als Kind hat sie mit dem geliebten Opa Soldat gespielt. Mit ausgestrecktem rechten Arm hat sie "Für Führer, Volk und Vaterland!" gerufen und war ganz stolz darauf. Heute blickt sie auf eine Kindheit zurück, die auf Hass und Lügen gebaut war und versucht zu verstehen, was diese Erziehung aus ihr und ihren eigenen Kindern gemacht hat. 

Direkt nach dem Film folgt das Regiegespräch mit Mohammad Farokhmanesh.

Deutschland/Österreich 2018 (89 Min)

DOKFilm Herr Zwilling und Frau Zuckermann

Film und Gespräch am 15.09.2019 um 16:00 Uhr

Czernowitz im Westen der Ukraine war einst Zentrum jüdischer Kultur in der Bukowina, einer Grenzlandschaft, die über die Jahrhunderte vom Vielvölkergemisch geprägt war. Die jüdische Bevölkerung machte zeitweilig die Hälfte der Einwohnerschaft aus, es überlebten nur wenige die von Deutschen und Rumänen 1941 verordnete Deportation in die Lager Transnistriens. Im Mittelpunkt von Volker Koepps Film aus dem Jahr 1999 stehen Herr Zwilling und Frau Zuckermann, die zu den letzten noch im alten Czernowitz geborenen Juden gehörten. Beide verbindet neben ihrer Freundschaft nicht zuletzt die deutsche Sprache. Täglich besucht Herr Zwilling in den Abendstunden die 90-jährige Frau Zuckermann. Man spricht über frühere Zeiten, das gemeinsam Erlebte, über Politik und Literatur und die alltäglichen Sorgen. In den Lebensgeschichten dieser beiden Menschen steckt das Elend des 20. Jahrhunderts. Mit ihren Erinnerungen verknüpft der Film Episoden aus dem jüdischen Leben im Czernowitz aus den späten 1990er Jahren, als die Stadt nach dem Ende der Sowjetunion erstmals wieder ins europäische Bewusstsein trat. Angesichts des wieder zunehmenden Antisemitismus in ganz Europa hat Koepps filmisches Meisterwerk auch 20 Jahre nach seiner Uraufführung nichts von seiner Aussagekraft und Gültigkeit verloren. Auch das Leben der Menschen in der Region ist mit den politischen Auseinandersetzungen, mit der Annexion der Krim und dem fortdauernden Krieg in der Ost-Ukraine schwierig geblieben. Anlässlich des 75. Geburtstags von Volker Koepp kehrt HERR ZWILLING UND FRAU ZUCKERMANN am 30. Mai 2019 in restaurierter Fassung ins Kino zurück.

Ein Filmgespräch mit Volker Koepp ist aktuell angefragt.

Deutschland 1999 (127 Min)

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